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Milchgüte

Neue Rohmilchgüteverordnung tritt am 01. Juli 2021 in Kraft

Es war ein langer Weg, den das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bis zum Inkrafttreten einer neuen Milchgüteverordnung zurückgelegt hat. Die „Verordnung über die Güteprüfung und Bezahlung der Anlieferungsmilch“ (MilchGüV) besteht bereits seit Anfang der 1980er Jahre, sodass eine Überarbeitung dringend notwendig geworden ist, um dem technologi-
schen Fortschritt und geänderten Qualitätskriterien gerecht werden zu können. Nun ist es endlich soweit: Im Dezember 2020 hat der Bundesrat nach jahrelangen Verhandlungen schließlich die Novellierung verabschiedet, sodass am 01. Juli 2021 eine neue Rohmilchgüteverordnung (RohmilchGütV) in Kraft tritt.


Wie auch ihr Vorgänger regelt die Verordnung jene Verfahren und Anforderungen, um die Qualität von Rohmilch sowie deren Bewertung und Bezahlung auf Basis der Ergebnisse der Güteuntersuchungen sicherzustellen. Wichtig bleibt weiterhin die Verbindung des deutschen Güte-rechts mit dem Lebensmittelhygienerecht der Europäischen Union. Die EU-weite Pflicht zur Untersuchung der Rohmilch auf Keimzahl, Zell-
zahl sowie Antibiotikarückstände wird durch die Kontrollen im Rahmen der Rohmilchgüteverordnung eingehalten. Die neue Verordnung führt außerdem dazu, die Umsetzung des Rohmilchgüterechts stärker zu vereinheitlichen. Bislang gab es hierzu in den Bundesländern Deutsch-
lands unterschiedliche Vorgehensweisen. In Zeiten länderübergreifender Milchanlieferungen verringere dies den Verwaltungsaufwand, heißt es dazu in der offiziellen Begründung. Auch der Umrechnungsfaktor von Liter in Kilogramm wird angepasst: Während bisher die Formel 1,02 galt, soll ab dem 01. Juli 2021 bundesweit der Faktor 1,03 gelten.

Ein stärkeres Augenmerk als bisher erhält zukünftig die Prüfung, ob die Rohmilch aufgrund von Antibiotikabehandlungen der Kühe mit Hemmstoffen belastet ist. Zum einen wird die Zahl der Hemmstoffuntersuchungen von mindestens zwei auf mindestens vier pro Monat ange-
hoben. Gleichzeitig legt die neue Rohmilchgüteverordnung fest, dass auf mehr Wirkstoffe getestet werden muss: Penicilline
, Tetracycline, Aminoglykoside, Cephalosporine, Sulfonamide, Makrolide, Lincosamide sowie Chinolone sind künftig zu überprüfen (letztere nicht monatlich, sondern lediglich zwei Mal pro Kalenderjahr). Andererseits sinkt der Hemmstoffabzug von fünf auf drei Cent für den ersten Hemmstoffnach-
weis und auf mindestens drei Cent für jeden weiteren Hemmstoffnachweis im Monat. Auch die Untersuchung des Milchsammelwagens vor dem Abtanken durch den/die Abnehmer:in mittels eines Schnelltests ist fester Bestandteil der neuen Rohmilchgüteverordnung. Der Schnell-
test muss zumindest Penicilline und Cephalosporine nachweisen können. Daraus ergibt sich, dass auch in diesen Fällen bei dem/der verur-
sachenden Milcherzeuger:in ein Abzug von drei Cent vorgenommen wird.

Die neue Rohmilchgüteverordnung gilt nicht für Abnehmer:innen, welche innerhalb eines Jahres täglich im Schnitt weniger als 500 Liter Roh-
milch erfassen. Darüber hinaus sind entsprechend der Verordnung insgesamt sechs Gütemerkmale der Rohmilch zwingend zu prüfen: Fett- und Eiweißgehalt, Gesamtkeimzahl, Vorhandensein von Hemmstoffen, somatische Zellen sowie Gefrierpunkt. Die Untersuchung auf weitere Gütemerkmale kann zwischen Abnehmer:in und Erzeuger:in individuell vereinbart werden. Die Bewertung der Rohmilch anhand o. g. Güte-
kriterien ist letztlich ausschlaggebend für die Höhe des Milchgeldes, welches der/die Erzeuger:in erhält. 
Die für die Untersuchungen zugelas-
senen Stellen sind die jeweiligen Landeskontrollverbände bzw. in Süddeutschland der Milchprüfring.

MILKU steht Ihnen auf dem Weg zur neuen Rohmilchgüteverordnung mit Rat und Tat zur Seite. Bitte beachten Sie jedoch, dass o. g. Ausfüh-
rungen keinen Anspruch auf Vollständigkeit erheben und nur einige Kernaussagen zusammenfassen. Wenn Sie weitere Fragen haben, dann zögern Sie nicht, mit uns in Kontakt zu treten. Das offizielle Dokument der Bundesregierung zur Novellierung kann hier abgerufen werden. Falls noch nicht geschehen, so werden Sie als Milcherzeuger:innen durch Ihre Molkerei o. Ä. demnächst noch genauer über die Einzelheiten der neuen Rohmilchgüteverordnung informiert. Wenn Sie einen Hemmstofftest zum Nachweis von Antibiotikarückständen in der Rohmilch benötigen, welcher die Standards von morgen erfüllt, dann empfehlen wir Ihnen unseren 
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